Mit dem Schwingschleifer Holzfliesen abschleifen

Alte Holzfliesen wie neu – dem Schwingschleifer sei Dank

 

Holz ist ein einzigartiges Material. Im Wohnraum oder im Freien eingesetzt, schafft es Wärme und Gemütlichkeit, wirkt aber gleichzeitig edel und erhaben. Eine unkomplizierte Möglichkeit, einen hochwertigen Holzboden zu installieren, sind Holzfliesen. Mit Klick- oder einfacher Verlegetechnik entsteht so eine gleichmäßige Holzoptik am Boden – sowohl im Innenraum als auch auf Balkon oder Terrasse. Ein bereits verlegter Holzfliesenboden, den man beispielsweise in einer übernommenen Immobilie vorfindet, und der bereits einige Jahre „auf dem Buckel“ hat, lässt sich schnell und einfach auf Vordermann bringen, indem man die Holzfliesen abschleift. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Zum einen manuell mit Hilfe von Schleifklotz, Schwamm und Schleifpapier. Wer jedoch Muskelkater, Blasen an den Händen und einen großen Zeitaufwand vermeiden möchte, dem sei der Einsatz eines elektrischen Gerätes ans Herz gelegt: Am besten sollte man sich in diesem Fall eine Schwingschleifmaschine kaufen.

 

Was ist eigentlich ein Schwingschleifer?

Beim Schwingschleifer ist das Schleifpapier, das man bei der manuellen Methode mühevoll selbst zum Einsatz bringen muss, auf einer Platte aufgespannt. Diese wird in Schwingbewegungen gebracht und kann so überschüssiges Material und tiefsitzende Verschmutzungen aufrauen und entfernen. Die Schwungplatte ist in der Regel rechteckig, dadurch lassen sich auch in Ecken verlegte Holzfliesen gründlich abschleifen. Die sogenannten Exzenterschleifer verfügen über eine runde Schwungplatte, deren Schleifpapier rotiert. Sie eignet sich für besonders feine Schleifarbeiten.

 

Holzfliesen abschleifen wie ein Profi: So geht’s

Zunächst sollten die Holzfliesen gründlich vorgereinigt werden. Schmutz und Staub werden weggekehrt, härtere Belege lassen sich beispielsweise mit einer harten Bürste entfernen. Holzoberflächen mit einer Riffelung sollte man „mit“ den Rillen, also in Richtung der Struktur bearbeiten, damit auch tiefsitzende Beläge von der Bürste erfasst werden. Im Anschluss an diese Grobreinigung wird die gesamte Fläche noch einmal gründlich gefegt und alle Reinigungsrückstände entfernt.

 

Sind im Freien verlegte Holzfliesen stark von tiefsitzendem Moos oder Algen befallen, hilft ein spezielles Reinigungsmittel, das mit einem Pinsel aufgetragen wird und eine Zeit lang einwirken muss (beachten Sie hierzu die Hinweise des Herstellers). Die durch den enthaltenen Wirkstoff gelockerten Moosreste lassen sich ebenfalls mit der harten Bürste lösen.

 

Nun ist das Holz so weit vorbereitet, dass der Schwingschleifer zum Einsatz kommen kann. Profis schleifen Holzfliesen in drei Schritten ab, die jeweils eine immer feinere Körnung des eingesetzten Schleifpapier erfordern. Zunächst erfolgt der Grobschliff. Bringen Sie auf der Schwungplatte der Schleifmaschine ein mittleres Schleifpapier mit der Körnung 40 bis 60 an. Die Körnung gibt übrigens Auskunft über die Größe der Körner, mit welchen das Schleifpapier besetzt ist, sowie über den Abstand der Körner zueinander: Je kleiner die Zahl, desto größer die Körner und deren Abstand – und desto grober das Schliffbild, da durch grobe, weit auseinanderliegende Körner mehr Material abgetragen wird. Dementsprechend sollten Sie beim Grobschliff darauf achten, nicht zu viel Druck auszuüben und den Schwingschleifer gleichmäßig voranzuführen. Arbeiten Sie längs zur Maserung der Holzfliesen und verweilen Sie nicht zu lange an einer Stelle. Auch wenn sich während des Schleifens der Eindruck aufdrängt, aber ein erhöhter Druck auf das Gerät beschleunigt die Arbeit der Schwingschleifmaschine nicht. Im Gegenteil, dadurch bremst man diese nur in ihrem Lauf. Fegen Sie die abgeschliffenen Holzpartikel mit dem Besen weg und befeuchten Sie die Holzfliesen gründlich mit einem Schwamm. Lassen Sie dem Material anschließend auch ausreichend Zeit zum Trocknen. Die Holzfasern, die sich durch diese Wässerung aufrichten, können im nächsten Schritt mit abgeschliffen werden, denn nun erfolgt der Mittelschliff: Bestücken Sie den Schwingschleifer mit einem mittleren Schleifpapier der Körnung 80 bis 120. Das Holz sollte nun quer zur Maserung geschliffen werden, und auch hier sollte man sich mit dem ausgeübten Druck zurückhalten. Im Anschluss werden die Fliesen wieder vom Holzstaub befreit und erneut mit einem Schwamm gewässert.

 

Zum Schluss der Feinschliff

Nun folgt das große Finale: Für den Feinschliff wird ein feines Schleifpapier (Körnung 180 bis 240) verwendet. Bewegen Sie die Schwingschleifmaschine nun wieder längs zur Maserung, und zwar gleichmäßig und – Sie ahnen es – mit wenig Druck. Durch dieses Finish entsteht eine gleichmäßige, glatte Oberfläche. Reinigen Sie diese gründlich von sämtlichem Abrieb; das ist wichtig, da die Holzpartikel die frisch geschliffenen Flächen sonst wieder zerkratzen könnten. Kontrollieren Sie die Holzfliesen abschließend auf eventuelle Unregelmäßigkeiten, die Sie mit dem feinen Schleifpapier noch ausgleichen können – und erfreuen Sie sich dann an dem Anblick eines Holzbodens, der wie frisch verlegt aussieht!

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